Wir wollen wieder menschlicher werden!

Im Gespräch mit Jürgen Stackmann, Vorstand - Volkswagen

Volkswagen will wieder menschlicher werden


Erstmals trafen sich Jürgen Stackmann und Panos Meyer vor vier Jahren, als Panos noch für Twitter tätig war und im Zuge dessen nach Wolfsburg zu Volkswagen reiste, um Jürgen Stackmann und seinem Team eine Twitter-Schulung zu geben. Stackmann kam 2010 zu Volkswagen und ist dort seit 2015 als Markenvorstand tätig. 


Volkswagen befindet sich derzeit nicht nur aufgrund der Diesel-Krise im Umbau, so Stackmann. Eine wichtige Erkenntnis der letzten Jahre ist auch, dass Konzern-Personen wie er als Menschen erkennbar sein müssen. So ist es nicht verwunderlich, dass Stackmann zu den ersten bei Volkswagen mit einem eigenen Twitter-Account gehörte, der ihm nach wie vor große Freude bereitet. “Wir wollen Volkswagen wieder als menschliches Unternehmen erkennbar machen”, erklärt er seine Vision. Bei 660.000 Mitarbeitern keine leichte Herausforderung.


Ebenso ist die Digitalisierung selbst die zentrale Herausforderung, der sich ein Konzern wie Volkswagen stellen muss. Wie zum Beispiel gestaltet man den Kundenkontakt? Eine Frage, die man sich früher nicht stellen musste, da die Händler als Mittelmann dienten.


“Viele von den neuen Mobility-Startups werden scheitern”


Angesprochen darauf, welche Gefahr für arrivierte Unternehmen wie Volkswagen von E-Mobility-Startups wie Byton ausgehen würden, entgegnet Stackmann, dass es zunächst für die neuen Herausforderer leichter wäre, Ideen auf der grünen Wiese umzusetzen. “Aber irgendwann gelangen alle Startups an den Punkt, an dem wir schon sind. Dann braucht man für den Erfolg z.B. ein starkes Distributionsnetz. Und das haben wir.” 


Er geht sogar noch weiter und sagt, dass viele von den neuen Konkurrenten an den Dingen scheitern werden, die Konzerne über die Jahre gemeistert und gefestigt haben, wie Kundenservice oder die Produktion. 


Mit MOIA, WeShare und weiteren Innovationen aus der Krise


War es lange Zeit in Sachen Innovationen ruhig um Volkswagen, gibt es in Hannover und Hamburg mit dem Sammeltaxi-Anbieter MOIA und in Berlin mit dem E-Carsharing-Dienst WeShare zuletzt direkt zwei medial sehr positiv bewertete Angebote. “Wir haben als Team gerade eine großartige Zeit”, sagt Stackmann zu diesen Entwicklungen, die das Ergebnis von dreieinhalb Jahren Planung sind. Denn so lange dauert es in etwa, bis ein Konzern von der Größe wie Volkswagen eine Kursänderung buchstäblich auf die Straße bringt. Zudem sei es hilfreich gewesen, dass sich der neue Vorstand mitten in der Krise geformt hätte und man als frisches Team leichter Schwachpunkte ausfindig machen und ausbessern konnte.


Wofür Jürgen Stackmann Tesla-CEO Elon Musk schätzt, warum der Mut bei Volkswagen lange Zeit fehlte und welche Apps er immer noch nicht auf seinem Firmentelefon installieren darf, darüber spricht Jürgen Stackmann in der neuen Folge des Behind The Screens-Podcast, den du hier auf Soundcloud, iTunes oder Spotify direkt und kostenlos anhören kannst.


Zitate:


“Wir wollen mit Volkswagen wieder menschlicher werden.”

“Wir müssen uns heute direkt mit den Kunden beschäftigen.”

“Viele E-Mobility-Startups werden scheitern.”

“Die Dieselkrise brachte uns dazu, über unsere Kultur nachzudenken.”

“Wir haben extremen Respekt vor dem, was Elon Musk tut.”