Phoenix aus der Asche?
Im Gespräch mit Lena Rogl

Microsoft, kaum ein anderes Unternehmen steht für digitale Produkte und stand die letzten Jahre immer wieder vor so großen Herausforderungen. Lena Rogl ist als Head of Digital Channels im Herzen des Unternehmens. Im Behind The Screens Podcast mit CELLULAR-Geschäftsführer Panos Meyer spricht sie über die Neuerfindung von Microsoft und wie sich der Konzern im Wandel der Digitalisierung verändert.

Lena Rogl gehört zu den bekanntesten Corporate Influencer in Deutschland und kommuniziert positiv als Markenbotschafterin für ihren Arbeitgeber über alle Kanäle verteilt. Ebenso ist sie als Powerfrau ein gefragter Interview-Gast, so dass es nahe lag direkt zu Beginn zu fragen, welche Fragen Lena nicht mehr hören möchte:

“Es gibt tatsächlich eine Frage auf die ich allergisch reagiere - nämlich wie ich meinen Beruf und meine Kinder unter einen Hut bekomme. Ich finde sie deshalb nervig, weil diese Frage immer nur Frauen und nicht Männern gestellt wird.”

“Man muss das Chaos akzeptieren”

Auch wenn Lena in ihrem Job als Head of Digital Channels bei Microsoft oft alles sehr positiv kommuniziert, so ist der Aufwand dahinter hoch. “Es ist alles andere als einfach. Die größte Herausforderung für mich war es, das Chaos zu akzeptieren.” und “Man muss sich die Leistung einteilen und auch akzeptieren, wenn es nicht so laufe, wie geplant.”

Dabei empfand sie Microsoft vor ihrer Anstellung selbst noch als “alten, langweiligen Software-Dinosaurier”, doch ihr Bild änderte sich nach einer “Meet Microsoft”-Veranstaltung, bei der sie hinter die Kulissen des Konzerns blicken durfte. Mit ihren Stärken in der Kommunikation nutze sie dann die Chance, um bei Microsoft beruflich Fuß zu fassen.

Denn auch dieser Bereich hat sich grundlegend geändert und man muss nicht zwingend ein Technik-Experte sein, um für einen Tech-Konzern zu arbeiten. “Unsere Teams sind zweigeteilt und bestehen aus Experten für die Produkte und aus Profis in der Kommunikation.” Als Head of Digital Channels habe sie einen groben Überblick über alle Themen, würde aber bei Detailfragen auf die jeweiligen Experten verweisen, um eine erfolgreiche Kommunikation zu gewährleisten.

“Früher Schrott, heute hot”

Die alte Zeit von Microsoft mit Bluescreen & Co. scheint vorbei, mittlerweile ist Microsoft stärker denn je. Doch wie sieht das Geheimrezept aus? “Aus meiner Sicht war der Führungswechsel entscheidend, da Satya Nadella als CEO sehr besonders ist und eine einzigartige Sicht der Dinge besitzt. Er hat diesen Kulturwandel angeschoben und auch Sabine Bendiek, CEO von Microsoft Deutschland, setzt sich dafür sehr deutlich ein.”

Dennoch sei es eine Herausforderung, die Kultur in einem großen Konzern zu verändern und die Menschen zu bewegen. Satya Nadella hatte den Vorteil, dass er sich von Unten nach Oben bei Microsoft gearbeitet und dadurch ein anderes Ansehen bei den Mitarbeitern besitzt. Mit seinem neuen Führungsteam würde er ständig daran arbeiten, die Kultur zu verändern. So werden Manager z.B. im Bereich HR mittlerweile daran gemessen, wie sie das Thema Diversity leben. “Es ist wichtig, solche kulturellen Dinge als Ziele zu setzen und dabei nicht immer nur auf die Verkaufszahlen zu achten.” Dazu gehören auch Maßnahmen wie bezahlter Elternurlaub oder Pflege-Urlaub. Beides seien Maßnahmen, die einzigartig und ungewöhnlich für einen amerikanischen Konzern sind. “Man merkt, dass das Unternehmen hinter mir und meiner Familie steht.”

Man müsse dabei auch nicht innovativ sein, sondern könne etablierte Arbeitskonzepte auch als Inspiration nehmen, um die eigene Firmenkultur durch Austesten zu verbessern.

In Zukunft keine Akademiker mehr?

Was ebenfalls auffällt - Microsoft setzt sich stark für das Thema Inklusion ein und vertraut dabei auch auf Quereinsteiger wie Lena Rogl, um wichtige Positionen zu besetzen. Dennoch würde es auch in Zukunft weiter auf einen bunten Mix benötigen, um sich im “War of Talents” durchzusetzen. “Statistiken besagen, dass 65 Prozent der heutigen Schüler später in Jobs arbeiten, die es heute noch nicht gibt. Deshalb müssen wir Quereinsteigern eine Chance geben und können nicht darauf warten, dass es z.B. ein Studium für künstliche Intelligenz gibt. Wir brauchen Menschen, die für ein Thema brennen.”

Im neuen Behind The Screens Podcast erzählt Lena außerdem, welche Tools sie bei bei Microsoft intern nutzen und wie z.B. ältere Kollegen mit der Digitalisierung umgehen.