Erfolgreich ist ein Produkt erst, wenn es der Kunde nutzt
Im Gespräch mit Dirk Ramhorst

In Behind the Screens – der Podcast über Digitalisierung – spricht Panos Meyer, Geschäftsführer der Hamburger Digital-Agentur Cellular, mit Personen, die sich in unterschiedlichen Positionen und Verantwortlichkeiten täglich mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzen. Wie gehen sie das Thema an? Auf welche Probleme stoßen sie und wie sehen ihre Lösungen aus? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert Behind the Screens – der Podcast über Digitalisierung – alle zwei Wochen. Gast der zehnten Episode: Dirk Ramhorst, CDO/CIO bei der Wacker Chemie AG. Alle bisherigen Episoden findest Du hier.

Die zehnte Folge ist für Panos Meyer ein doppeltes Highlight, denn zum einen ist es der erste Podcast, der in München aufgezeichnet wurde, und zum anderen saß ihm mit Dirk Ramhorst erstmalig ein Chief Digital Officer gegenüber, der bei dem 104 Jahre alten Traditionsunternehmen Wacker Chemie auch die Rolle des CIO innehat.

Einer der größten Hidden-Champions Deutschlands

Wacker Chemie ist unter anderem Weltmarktführer im Bereich Silikon- und Polymer-Produktion. Die Produkte sind dabei flächendeckend im Einsatz, sei es bei Textilien (bügelfreie Hemden dank Silikon-Fasern), abwaschbaren Wandfarben bis hin zu Kaugummi.

Ramhorst sieht Wacker Chemie als klassischen “Hidden Champion”, also als ein Unternehmen, dessen Namen man zwar unter Umständen kenne, mit dem man aber keine Produkte assoziieren könne. Das sei im B2B-Bereich generell kein Problem, ist jedoch eine echte Herausforderung beim Recruiting neuer Mitarbeiter und Talente.

“Man muss die Mitarbeiter dazu bekommen, dass sie die Reise mit dir gehen”

Seine Doppelrolle beschreibt er wie folgt: Als CDO sieht er sich als Evangelist und Fürsprecher, der die Digital-Themen innerhalb von Wacker Chemie vorantreibt und auch “alte Zöpfe abschneidet”. Als CIO leitet er die technische Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen und sagt dazu konkret: “Auch die klassische IT muss sich im Rahmen der Digitalisierung für neue Themen öffnen”, denn “Kundenzentrierung ist ein zentrales Element der Neuausrichtung der IT” – und die spielte beim Aufbau früherer IT-Systeme gar keine oder nur kaum eine Rolle.

Doch wo fängt man in einem Traditionsunternehmen wie Wacker Chemie mit der Digitalisierung an? “Man muss die Mitarbeiter dazu bekommen, dass sie die Reise mit dir gehen”, erzählt Ramhorst weiter. Dazu gehört für ihn, dass er sie in die Prozesse integriert und zum Mittelpunkt der Neugestaltung macht.

Für Ramhorst bedeutet Erfolg nicht mehr nur, dass man rechtzeitig und im Rahmen der Kosten geliefert hat, sondern vor allem, ob der Nutzer die entwickelte Lösung auch akzeptiert und anwendet: “Erfolg ist nicht mehr nur ‘in time’ und ‘in budget’ geliefert zu haben. Ein Erfolg ist es dann, wenn [ein Produkt] auch die Akzeptanz des Kunden findet.”

Auf ins Silicon Valley

Auch aus diesem Grund wurde für die 14.000 Mitarbeiter in 23 Ländern u. a. auch die WACKER Digital Silicon Valley Challenge ins Leben gerufen, für die sich jeder bewerben konnte. Im Rahmen der Challenge fliegen ausgewählte Mitarbeiter für vier Wochen ins Silicon Valley, um dort vor Ort die Kultur aufzunehmen und neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. “Wir leben von Innovationen, unabhängig vom Geschäftsmodell”, so Ramhorst.

Was sich Dirk Ramhorst genau von diesem Programm erhofft, ob es interne Kritiker zur Digitalisierung gibt und wie er das Unternehmen im Detail transformiert, erläutert er in der neuen Folge des Behind The Screens-Podcast, den du hier auf Soundcloud, iTunes oder Spotify direkt und kostenlos anhören kannst.