Digitalisierung der Kunst
Im Gespräch mit Daniela Hinrichs

In Behind the Screens – der Podcast über Digitalisierung – spricht Panos Meyer, Geschäftsführer der Hamburger Digital-Agentur Cellular, mit Personen, die sich in unterschiedlicher Position und Verantwortung täglich mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzen. Heute zu Gast: Unternehmerin und Kunstberaterin Daniela Hinrichs.

Wie gehen sie das Thema an? Auf was für Probleme stoßen sie und wie sehen ihre Lösungen aus? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert Behind the Screens - der Podcast über Digitalisierung - ab sofort alle zwei Wochen neu.

Dass ich jemals öffentlich über Kunst sprechen würde, hätte ich nie gedacht. Es ist nämlich genauso unwahrscheinlich wie anmaßend – denn von beidem hab ich wenig Ahnung. Doch mein heutiger Gast hat das geändert: Daniela Hinrichs ist Kunstberaterin – oder, wie sie sagt: “Beziehungs-Managerin” – und Unternehmerin. Ihr eigenes Start-up DEAR Photography ist ein Online-Handel für Fotografie.

Daniela Hinrichs will Kunst nahbar machen und veraltete Denkmuster in Bezug auf künstlerische Arbeiten aufbrechen. Die große Frage dabei ist: Braucht es Personen wie sie in Zeiten der Digitalisierung, in der jeder Mensch online selbst Kunst finden und kaufen kann? Ja, sagt Hinrichs, denn sie sie kein Vermittler, sondern viel mehr Filter und Berater.

Vor zehn Jahren fing sie an, selbst Kunst zu kaufen und sich mit verschiedensten Künstlern zu beschäftigen. Jedoch könne sie auch heute noch nicht sagen, was gute Kunst ist, da es abhängig von Geschmack, Künstler und Ausführung ist. Hinrichs habe aber genügend Erfahrungen gesammelt, um gute von schlechter Kunst zu unterscheiden.

In ihren Augen wird die Digitalisierung der Kunstszene zu großen Gewinnern, aber auch Verlierern führen. Für Konsumenten hat sich der Zugang zu Kunst enorm vereinfacht. Ein Museumsbesuch ist nicht mehr zwingend notwendig, man denke da auch an Technologien wie AR und VR. Auch die Künstler bekommen durch die neuen digitalen Mittel und Medien die Möglichkeit, sich selbst darzustellen und sind weniger von einem Gatekeeper wie einem Galeristen abhängig. Was nach den Aussagen von Hinrichs gut ist, denn: rund 80 % der Künstler können von ihrer Kunst nicht leben und 90 % werden eine viel zu geringe Rente erhalten. Ebenso verdienen Künstlerinnen immer noch deutlich weniger als ihre männliches Pendant. Klarer Verlierer der Digitalisierung werden laut Hinrichs diejenigen Künstler sein, die sich vor der Digitalisierung verschließen und nicht die Möglichkeit nutzen, ihre Bekanntheit durch eigene Kraft (Social Media) zu erhöhen.

Doch wie genau hat die Digitalisierung den Online-Kunstmarkt verändert? Welche Probleme könnte die Blockchain-Technologie lösen? Und warum sollte man sich das Bild besonders ansehen, dass gegenüber dem vermeintlichen Star einer Ausstellung hängt? Das erläutert Daniela Hinrichs in der neuen Folge des Behind The Screens-Podcast, den die du hier auf Soundcloud direkt und kostenlos anhören kannst.