So geht Marketing für Teenager

Im Gespräch mit Charles Bahr, Gründer "Project Z"

Er macht “Werbung von Teenagern für Teenager”: Charles Bahr ist mit seinen 17 Jahren selbst noch ein Teenager und somit Teil der Generation, die er seit einigen Jahren schon auf den Bühnen der Digital-Events Deutschlands den Marketing-Entscheidern zu erklären versucht. Was zeichnet seiner Meinung nach die so genannte “Generation Z” aus? Vor allem die Tatsache, dass sie selbst nicht nur Inhalte konsumiert, sondern auch produziert. Dabei sei es unerheblich, ob jemand nun der wissenschaftlichen Definition – also gewissen Jahrgängen – angehört; viel wichtiger sei, ob die- oder derjenige sich einem Mindset verbunden fühlt. Daher sei auch eine Agentur, die sich ausschließlich dem Generation Z-Marketing verschreibt, folgerichtig. Schließlich gehe es darum, die Zielgruppe, die so anders ist als all die Generationen vor ihr, wirklich zu verstehen. Auf Basis von Studien und datengetriebener Auswertung könne das nicht passieren, so Bahr.

Im Podcast spricht Charles von der Transformationsphase, in der er sich gerade befindet: Seine von ihm gegründete Agentur Tubeconnect hat er eingestampft. Zu groß sei diese geworden. Neu ist “Project Z”, eine Art Unternehmensberatung. In kleinen Teams helfen Bahr und seine Mitarbeiter Unternehmen beim Verstehen und Ansprechen der Generation Z. Dabei lösen Charles und seine Mitstreiter keine klassischen Agenturen ab; sie verstehen ihre Mission vor allem als Aufklärung: “Wie funktioniert TikTok am Ende tatsächlich, wie kann ich das Thema HR einbringen?” All diese Fragen müssten bedacht und beantwortet werden, weil es nicht nur darum gehen würde, die Generation Z anzusprechen, sondern auch Geschäftsmodelle für sie zu entwickeln. Das sei z. B. nötig, weil immer weniger Jugendliche einen Führerschein machen. Wozu ihnen Autos verkaufen, wenn sie diese gar nicht fahren wollen? Also müssen Automobilhersteller wie Mercedes-Benz nicht nur auf Instagram werben, sondern auch in neuen Dimensionen bei der Produktentwicklung denken.

Als wichtigsten Punkt für seine Arbeit im Jahr 2019 sieht Charles Bahr die Aufklärung hinsichtlich der Veränderung von Arbeit: “Mercedes-Benz verfügt über tausende ITler, die allesamt nicht programmieren können.” Das müsse sich in Zeiten einer vernetzten Gesellschaft ändern. Damit die Generation Z Mercedes-Benz auch weiterhin als spannenden Arbeitgeber sieht, brauche es aber grundlegende Veränderungen – am Arbeitsplatz und auch in der Kommunikation.

Damit die Maßnahmen von Project Z greifen, sei eine gänzlich neue Art der Emotionalität entscheidend. So verrät er im Gespräch, wie man die Käuferinnen und Käufer von Levi´s Jeans dazu gebracht hat, bessere Fotos von ihren Einkäufen auf Instagram hochzuladen.

Seine persönliche Mission sieht Charles Bahr darin, jungen Leuten das Gefühl zu vermitteln, dass sie aus eigener Kraft etwas schaffen können – wenn sie das tun, was ihnen Freude bereitet und in dem Bereich entsprechend fleißig sind.

Wie Charles Bahr die Zukunft des Marketings sieht, erläutert er in der neuen Folge des Behind The Screens-Podcast, den du hier auf Soundcloud, iTunes oder Spotify direkt und kostenlos anhören kannst.