Panos Meyer
Managing Director
@pame
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Transformation

Was wollt ihr dann? MAOAM MAOAM!

Ein Werbeklassiker der 80iger: Der Schiedsrichter fragt nach dem Willen der Stadionbesucher und sie brüllen MAOAM, MAOAM! Überzuckerte Kau-Bonbons fürs Volk.

Ein Bild, welches mir durch den Kopf geht, wenn ich die aktuelle Diskussion und Berichterstattung zum Thema Digitalisierung und Infrastrukturausbau verfolge. Das gnadenlose Schimpfen auf Doro Bär, auf die Bundesregierung und auf alles was nicht so richtig hip und digital ist, gehört schon fast zum guten Ton. Wenn alle MAOAM wollen, kann man es ja mitbrüllen. Die Masse irrt selten.

Die Forderung nach schnellerem Internet ist populär. Sie ist einfach. Sie ist unangreifbar. Schneller ist immer besser. Die hinteren Plätze im weltweiten Vergleich zu belegen, ist nicht sexy — und selbst in Afrika gibt nur noch mobile Payment und Banking. Da soll die Bundesregierung mal was tun! Zeit für eine Petition und für digitale Lemminge, die diese lauthals unterstützen. Viele der Forderungen sind natürlich richtig, wir müssen aufholen, wir müssen am Preis/Leistungsverhältnis von Internetzugängen arbeiten. Deutschland muss erheblich besser vernetzt werden, gar keine Frage!

Aber seien wir doch mal sehr ehrlich: Was wollen “wir” mit schnellem Internet? Viele wissen nicht einmal, was sie mit langsamen Internet machen sollen.

Investitionen in Digitalisierung sollte auch eine Investitionen in Köpfe und das Mindset der Nutzer bedeuten. Der Alltag in Deutschlands Unternehmen sieht meist so aus (und ähnelt leider einer Realsatire): Vor einem Meeting in einem Konzern werden mindestens zwei (2) Assistenten geschickt, um den Beamer in Betrieb zu nehmen. In der Einladung zu einem anderen Meeting wird darauf hingewiesen, die Präsentation 14 Tage vorab zu senden, damit es keine technischen Probleme gibt. Internetzugänge für Gäste, Fehlanzeige. Ein Adapter für “diesen Apple Computer” haben wir nicht. Wir nutzen derzeit nicht einmal die bestehende Infrastruktur und deren Möglichkeiten, stattdessen schimpfen “wir” auf schlechte Verbindungen im ICE, als wenn unser komplettes Geschäftsmodell digitalisiert wäre und ohne Netz in der Bahn nichts mehr ginge. Im Büro angekommen, werden die Mails für den nächsten Termin ausgedruckt, am besten mit dem guten, alten Lotus Notes. Facebook ist böse und sowieso: “unsere Zielgruppe nutzt keine digitalen Dienste”.

Um es klarzustellen: Deutschland hat großen Aufholbedarf. Wenn nichts geschieht, wird die Grundlage unseres Wohlstands bröckeln. Und Geschäftsmodelle der Zukunft werden sicher nicht mehr in Stuttgart oder Duisburg erdacht. Kein Smartphone zu haben darf nicht cool sein, es sollte uns Angst machen. Cool gestaltete Großraumbüros, agiles Arbeiten, Wände voller Post-Its sind woanders keine “Work Hacks”, sondern Standards — und ehrlich gesagt längst ein alter Hut. Bevor wir aber nach schnellem Internet rufen und Politiker beschimpfen, starten wir lieber bei uns selbst. Starten wir im Alltag und fangen an, den täglichen, analogen Wahnsinn vieler deutscher Unternehmen nicht mehr zu akzeptieren.

MAOAM MAOAM MAOAM

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