Line Andermark
Digital Strategy / UX
@lilaline
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User Experience

Über UX-Prinzipien und VUI-Canvas: Erste Schritte in der Entwicklung von Sprachanwendungen

Mit Alexa, Google Assistant und Co etabliert sich eine neue Facette für die Entwicklung von User-Interfaces: Die Konzeption von Anwendungen für sprachgesteuerte Assistenten — ohne grafische Schnittstellen. Das hat Auswirkung auf das Projekt-Setup und den Kreationsprozess.

#1 — Das ideale Setup für die Entwicklung einer Sprachanwendung

#2 — UX-Prinzipien für die Konzeption von Sprachanwendungen

#3 — Die VUI-Canvas als Fundament für Deine Sprachanwendung

#1 — First things first: Wie sieht das ideale Team-Setup aus, um eine Sprachanwendung erfolgreich zu entwickeln?

Wie bei den meisten digitalen Projekten ist auch hier interdisziplinäres Zusammenarbeiten der Schlüssel zum Erfolg. Die besten Erfahrungen habe ich bisher bei CELLULAR mit der Dreierkonstellation aus UX Designer, Backend Developer und Project Manager gemacht.

Neben dem Team-Setup ist der konstante Wissensaufbau im Bereich Voice-Anwendungen essentiell für unsere kreative Ideen. Dafür gibt es das interne Voice-Meetup.

Regelmäßig treffen sich alle Interessierten, tauschen sich aus und entwickeln zum Beispiel gemeinsam eine eigene Google-Action. Dieses Meetup hilft dabei, den Umfang und Spielraum für VUI-Anwendungen realistisch planen zu können. Hat man als Kreativer oder Berater erst einmal eine Google-Action selbst aufgesetzt, ist schnell klar, so eine Action ist nicht mal eben gebaut.

Und wer konzipiert so eine Voice-Anwendung?

In den Stellenausschreibungen der großen Unternehmen tauchen mittlerweile vermehrt VUI Designer auf. Hand aufs Herz, als UX Designer ist es meine Aufgabe die beste Experience für die User zu entwickeln. Egal ob es sich um eine graphische Benutzeroberfläche oder sprachbasierte Steuerung handelt.

Eine hohe Affinität für Userflows und Sprache ist für die Konzeption von VUI’s essentiell. Beides Skills, die zum Repertoire eines UX Designers gehören.

Im Prinzip geht es immer um das Eine: Es entsteht ein Gespräch.

Doch wann ist ein Gespräch gut? Mit diesem Thema haben sich schon viele schlaue Menschen vor uns Gedanken gemacht. Unter anderem der — momentan im VUI-Kontext oft erwähnte — englische Philosoph, Paul Grice.

Die Grice’schen Konversationsmaximen sind eine gute Gedankenstütze für die Konzeption von Voice-Anwendungen. Ein kleiner sprachwissenschaftlicher Exkurs lohnt sich und kann gerne bei unseren Freunden von Wikipedia nachgelesen werden.

Zusammengefasst:

“Sage nur, was informativ, wahr und wichtig ist. Sage dies klar und deutlich!”

#2 — 6 Prinzipien für eine erfolgreiche Sprachanwendung:

1. Spitzer Use Case
Use Cases mit geringer Komplexität eigenen sich besonders für Sprachanwendungen.
Was kann die Anwendung, was der User nicht auch auf anderem Wege einfacher bekommen kann?

2. Persönlichkeit
Deine Voice-Anwendung ist ein eigenes kleines Universum.
Wer ist das Gesicht der Experience? Wofür steht die Marke? Wie ist der Charakter? Wie ist die Beziehung zum Kunden? Wie ist die Sprache?

3. Natürliche Sprache
Folge den gängigen Prinzipien von einem guten Gespräch. Mit dem aktuellen Stand der Technik kommt es vor, dass der User akustisch nicht verstanden wird oder die Anwendung die Funktion nicht kann. Beides ist ein Fehler, kann dem User aber schöner verpackt werden. Dieser Moment ist die Gelegenheit den Usern zu erklären, was er fragen kann. Einstiege in die Hilfe bieten sich hier auch an.

“In Conversation, There Are No Errors”
Google

Versuche ab und an den Ball aufzunehmen mit einer Antwort. In einem normalen Gespräch werden auch Gegenfragen gestellt.

4. Kontext
Wie bei jedem digitalen Produkt ist auch hier der Kontext essentiell.
Was macht der User vor, während und nach der Nutzung deiner Anwendung?

5. Vielfältigkeit
Denn monotone Antworten sind echt langweilig 😴 Versuche für eine Antwort mehrere Varianten zu denken.
Wie könnte ich darauf noch antworten?

6. Fass dich kurz
Guck mal ein Einhorn! Was wo? Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist sehr gering. Bei Sprachanwendungen, ganz ohne grafisches Interface, ist sie noch geringer. Beschränke dich auf eine geringe Auswahlmöglichkeit, 3 maximal ist eine gute Daumenregel.

Der One-Breath Test Atme ein und lies Deine Antworten laut vor. Kannst du sie sprechen, ohne erneut einzuatmen? Ja? Super! Weiter geht’s. Nein? Bitte kürzen.

#3 — Die VUI-Canvas als Fundament für Deine Sprachanwendung

Kontext — Persona — Dialog
Damit du deine ersten Ideen für eine Sprachanwendung visualisieren und schärfen kannst, habe ich 3 Vorlagen ausgearbeitet. Mit Hilfe der VUI-Canvas legst Du das Fundament für Deine Voice-Anwendungen.

Interesse an einem Workshop oder Zusammenarbeit?

Gerne plane ich mit Dir oder Deinem Team einen gemeinsamen Workshop zum Thema VUI.

Kontakt

Wir sind gespannt – auf neue Ideen und neue Leute.

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