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Does it spark joy? Ein Plädoyer für die Präsenzarbeit

Während sich viele Unternehmen räumlich verkleinern, zieht Cellular in ein deutlich größeres, repräsentatives Büro. Der IT Spezialist ist davon überzeugt, dass sich Menschen in ihrer Arbeitsumgebung spiegeln. Deshalb sei es gerade in der Krise wichtig, ein inspirierendes Umfeld zu schaffen, meint CEO Panos Meyer. Ein Plädoyer für das Arbeiten an einem Ort.

Man könnte uns für verrückt erklären: Die Wirtschaft ächzt unter den Auswirkungen der Coronakrise, die Kanzlerin bittet alle Menschen, zu Hause zu bleiben - und wir ziehen in ein neues Büro. Doppelt so groß wie das bisherige.

Und mindestens zehn Mal so schön. 

Ich kann ihn nicht mehr hören, den Abgesang auf den traditionellen Büroarbeitsplatz. Konzerne, die ihre Mitarbeiter:innen voriges Jahr noch hauptsächlich für ihre Anwesenheit bezahlt haben, wo Menschen einen Antrag stellen mussten, um einen halben Tag zu Hause zu arbeiten, entdecken auf einmal das Homeoffice und schrumpfen ihre Flächen zusammen. Klar, das spart Geld. Aber ist das schlau?

Und macht das Spaß? Does it spark joy?, um es mit den Worten der Aufräum-Ikone Marie Kondo zu sagen.

Wir finden nicht. 

Um es vorwegzunehmen: Die Gesundheit und die Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen stehen an erster Stelle. Ohnehin praktizieren wir als Tech Company seit acht Jahren hybride Modelle. Bei uns kann jede und jeder arbeiten, wo sie oder er will.

Trotzdem freuen wir uns über jede Kollegin, jeden Kollegen, die wir im Büro treffen. Weil es schön ist, wenn wir uns persönlich sehen und zusammen lachen können. Endorphine entstehen nicht via Zoom. 

Wir glauben an die Magie von Begegnungen.

Sie inspirieren - genauso wie Orte dies tun können. “Funktioniert” ein Büro, funktioniert auch das Unternehmen, davon bin ich überzeugt. Menschen spiegeln sich in ihrer Umgebung und lassen sich im besten Fall beflügeln. Das gilt für Mitarbeiter:innen genauso wie für Kund:innen. Es ist schön, dass wir nicht mehr für jedes Meeting quer durchs Land reisen müssen. Trotzdem erleben wir, dass Kunden gerne zu uns kommen, weil sie dann viel besser verstehen, wie wir ticken. 

In den vergangenen Wochen haben wir besonders viel Energie aufgewendet, um das Büro zu einem schönen Arbeitsort zu machen. Es gibt zahlreiche Lounge- und Kaffeeecken, Nachdenkzonen und Team Spaces oder auch Plätze, an denen man den Blick über Hamburg schweifen lassen kann.  Mit Schlendrian hat das jedoch nichts zu tun, sondern mit der Möglichkeit, zwischen Fokussierung und Konzentration Phasen der Entspannung zu ermöglichen.
Als Impact Engineers, als Architekten der digitalen Zukunft, stehen wir in unseren Projekten stets einer hohen Komplexität gegenüber. Hier einen attraktiven Rahmen zu bieten, in dem unsere Kolleg:innen gemeinsam nachdenken, entwerfen, skizzieren oder verwerfen können, sehen wir als unternehmerische Verantwortung an.

Allen Entscheider:innen, die ihre Büros abwickeln, gebe ich zu bedenken: Jeder kann sich zu Hause eine Stulle machen, trotzdem geht man gerne ins Restaurants. Übernachten kann man in der Jugendherberge, dennoch freut man sich über ein schönes Hotelzimmer. Und die allermeisten jungen Menschen können zu Hause Musik hören, trotzdem gehen sie lieber in einen Club. 

Folgte man der Logik, dass Firmen kein Büro brauchen, weil Mitarbeiter:innen am heimischen Schreibtisch arbeiten können, wäre sogar der bei mir überflüssig: Die besten Ideen hab ich nämlich unter der Dusche. 

Autor

Panos Meyer
CEO
pm@cellular.de